Otzenhausen (Nonnweiler), 2021
Erinnerungspfad Höckerlinie
Am Ortsrand von Otzenhausen steht ein Stück des Westwalls: die Höckerlinie, einst NS-Bollwerk gegen Frankreich und Werkzeug der Propaganda. Heute führt dort der Erinnerungspfad entlang – ein Mahnmal gegen Rassismus und für Frieden und Völkerverständigung.
Neben Werken von Werner Bärmann, Siggi Feid und Wolfgang Gärtner gehört auch diese Station dazu: Streetart auf großen Stahltafeln. Die eine Tafel zeigt eine Familie aus dem Bildungsbürgertum am gedeckten Tisch. Aus dem Volksempfänger, der mit dem Maul eines Untiers spricht, strömt unablässig Propaganda – und die Familie verwandelt sich in gehorsame Untertanen: Ihre eigenen Gesichter verschwinden hinter übergestülpten, fremden Persönlichkeiten. Wie Krakenarme kriechen Propaganda und die Gräuel des Krieges in den Alltag hinein.
Darüber steht verzerrt ein Ausschnitt aus Goebbels’ Aufruf „Wollt ihr den totalen Krieg?“. In den Sprechblasen stand ursprünglich überall „Ja!“ – später wurden sie geschwärzt. So bleibt die Antwort heute jedem Betrachter selbst überlassen.
Die andere Tafel zeigt einen Laubfrosch auf dem verrosteten Rohr einer Kanone aus dem Zweiten Weltkrieg – ein Zeichen der Hoffnung, dass die Natur eines Tages über die Rüstung triumphiert.
Gemalt wurde im Atelier: Die großen Stahltafeln ließen sich nicht dorthin transportieren, und vor Ort im Wald – ohne Strom und bei wechselhaftem Wetter – wäre die Arbeit kaum möglich gewesen. Deshalb entstanden die Motive auf Leinwand, die anschließend auf die Stahltafeln geklebt und mit Klarlack geschützt wurde.
Mehr zum Erinnerungspfad bei der Gemeinde Nonnweiler.
- Ort
- Erinnerungspfad Höckerlinie, Otzenhausen
- Jahr
- 2021
- Projekt
- Künstlerprojekt mit Werner Bärmann, Siggi Feid und Wolfgang Gärtner
- Technik
- Airbrush & Spraydose auf Leinwand, auf Stahltafeln aufgebracht




















